Straßenverkehr heute
(siehe auch Verkehr 2010)
30000-40000 km im Jahr auf der Piste. Selbst mit einem schnellen Tempo ist man da einige Stunden und Tage unterwegs und hat viel Zeit zum nachdenken. Besonders wenn ich nachts fahre. Und da gibt es vieles, was einen bewegt.
Brummi hui
Zuerst ein großes Lob an die Brummifahrer. Ich bin oft auch nachts zügig unterwegs und so nervig "Elefantenrennen" sein können, im großen ganzen denken die Fahrer mit und ich komme recht gut damit aus. Dazu gehört auch mal, den Fuß vom Gas zu nehmen und nicht mit der Stoßstange am Anhänger zu schnüffeln.
Brummi pfui
Auf der anderen Seite ist es natürlich auch schwer einsehbar, warum ein Brummi wegen 5 km/h Unterschied überhaupt überholen darf bzw. muss. Die meisten haben einen Tempomat und letztlich sind es Einstellungsdifferenzen, die eine höhere Geschwindigkeit eines Zugs gegenüber den anderen zulässt. Dies wird man auch nie lösen können, außer dass den Brummis ein Tempoband vorgegeben wird, indem ein Überholen einfach nicht mehr zulässig ist, z.B. zwischen 80 und 85 km/h. Also wenn ein Brummi einen anderen Brummi in diesem Tempobereich überholt ist es per Definition kostenpflichtig. Damit würden alle "Trickser" ausgebremst, die an ihren Reglern drehen oder sich auf kosten der anderen einen Wettbewerbsvorteil zu erschleichen versuchen. Natürlich ist es nervig, wenn ein "lahmer Bock" die komplette Schlange bremst. Auf der anderen Seite sind aber die LKW-Überholvorgänge auch aus meiner Erfahrung gefährlich für die (zugegebenermaßen) auch unvernünftigen Autofahrer. Andererseits ist die Höchstgeschwindigkeit eben 80km/h und nicht 90, 95 oder gar 100. Die Disponenten und Firmeninhaber sollten das realisieren und entsprechend Kontrollen dies untermauern. Da diverse Geldstrafen angeblich mit "kalkuliert" sind, wären vielleicht "Stop and Go" Strafen eine Alternative. Also raus auf der nächsten Raststätte, ne Stunde "Pause" und dann erst wieder los ?.
Linksfahrer und Rechtsüberhohler, Reißverschluss
Aber die meisten Probleme sind wirklich "Gelegenheitsfahrer", die nicht links noch recht schauen und vermutlich nur aus mangelnder Erfahrung bei der Einschätzung von Geschwindigkeit und Abstand einen Fahrbahnwechsel scheuen. Vielleicht ist es auch einfach Angst vor dem Spurwechsel.
Genau genommen ist mir das amerikanische System beinahe lieber, auch die skandinavische Regelungen hat interessante Aspekte. Das Tempolimit sorgt für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss. Leider verwechseln hier viele das Land. Links fahren, wenn rechts frei ist, ist immer noch bußgeldbewehrt, genauso wie das rechts überholen. Da aber beides nicht abstellbar erscheint, genauso wenig wie die Nötigung beider Fahrer gegenseitig (Sowohl der, der dicht auffährt , als auch der, der eine Spur blockiert nötigen) wird es an der Zeit einfach die Regelung aufzuheben. Wenn es problemlos möglich ist, rechts an einem "Hindernis" vorbei zu fahren, sollte dies auch erlaubt sein. Natürlich kann es nicht im Sinne aller sein, dass Rechtsüberholer ohne Einhaltung des Sicherheitsabstandes einscheren, aber kenne Sie eine andere Lösung, der permanent Linksfahrer ihr Fehlverhalten aufzuzeigen. Meiner Erfahrung nach sind die Linksfahrer eher Leute, die eben Angst vor dem Spurwechsel haben. Natürlich gehört auch mal den Fahrer ihre Fehlerverhalten aufgezeigt, die ein flüssiges Eingliedern vor einem Hindernis verhindern. (Reißverschluss., schon mal in der Fahrschule gehört ?? und damit ist nicht das knifflige Schloss an der Rückseite einer hübschen Frau im Ballkleid gemeint). Schon allein der Sicherheitsabstand zum Vordermann sollte ein Eingliedern eines Fahrzeugs problemlos erlauben. Wohlgemerkt. Wer sich aufregt, weil jemand dem Reißverschluss entsprechend sich eingliedert, ist vermutlich schon viel zu nach an dem vorausfahrenden Fahrzeug an. Und wer so nah auffährt, damit wirklich keiner mehr einfädeln kann, ist nicht nur mit einem Beim im Gefängnis, sondern schon halb im Sarg.
Wobei gerade der Begriff Einfädeln und Reißverschluss Dinge sind, die viele gar nicht mehr verstanden haben. Wo geht ein Reißverschluss zusammen ? Richtig an der Stelle, an der die Klammer ist. Aber warum funktioniert das nicht auf den Straßen ?. Ich denke es liegt an mehreren Faktoren. Zum einen glauben einige, es sei unhöflich, auf einer freien Spur bis zur Engstelle zuzufahren. Andere haben wieder mal Angst, später auf dei Rücksicht eines anderen Teilnehmer angewiesen zu sein, um einzufädeln. Oder es ist einfach Unkenntnis.
Ich werde keinen Stau künstlich verlängern, indem eine Spur über viele Meter frei bleibt. wenn ich links bin, dann fahre ich links bis zur Engstelle. Wenn links niemand ist, dann rolle ich vorsichtig weiter, es könnte ja jemand plötzlich ausscheren. Egal was man aber macht, es gibt immer Konflikte. Die Fahrer, an denen ich vorbeifahre fühlen sich ungerecht behandelt, wenn jemand "schneller" vorankommen könnte und die Fahrer hinter mir betrachten mich als Hindernis, weil ich vielleicht etwas langsamer als möglich (vorsichtig) vorbeifahre. Aber letztlich halte ich mich an die Regeln, das Reißverschlussverfahren zu praktizieren. Wenn das alle machen würden, gäbe es gar keine unterschiedlich langen Schlangen auf den Spuren. Nur versteht das wieder keiner.
Kontrolle, Blitz und Radarfallen
Wenn es interessiert: In meiner Zeit als aktiver Verkehrsteilnehmer wurde ich bisher gerade mal 5 mal stationär "kontrolliert", also richtig mit Kelle und freundlichem Beamten. Das find ich erschreckend wenig. Die paar Minuten kann ich immer aufbringen
Allerdings bin auch nicht nicht verschon geblieben von Tempokontrollen. Auch als zügiger Fahrer kann es passieren, dass man nacht um 03:00 Uhr auf einem Tempo 100 Abschnitt allein auf der Autobahn bei Gefälle eben mal mit 125 unterwegs ist. Drei Punkte und Bußgeld helfen da dann in Zukunft schon dran, sich etwas besser zu erinnern. Ich gehe einfach mal von der "sinnvollen" Beschilderung aus, bei der Limits mich und andere Verkehrsteilnehmer vor nicht erkennbaren Gefahren schützen und Lärm vermeiden. Aber genau genommen bin ich verwundert, dass die Strafen so gering sind. Mag man außerorts noch einige km/h akzeptieren wollen, so hört innerhalb von Ortschaften der Spaß wirklich bei 50 km/h + 20% auf. Also wenn jemand in einem Ort 60 km/h und mehr fährt, dann ist das kein versehen mehr, sondern vorsätzliche Gefährdung. Dass das mit ein paar Mark abgetan ist, kann ich wirklich nicht verstehen. Und ich hab keine Kinder, um die ich mich sorgen müsste. Insofern sind "Radarfallen" in meinen Augen keine Fallen, sondern legitime Kontrollpunkte, von denen es viel zu wenig gibt, zumindest solange 30% und mehr zu schnell sind. Zumindest sollten wir die 50km/h nicht als "Richtgeschwindigkeit" auffassen, sondern als Ausnahme einer Tempo 30 Zone im Ort verstehen.
Ich wünsche mir mehr Kontrollen, wohl wissend, dass auch mich das Geld kosten könnte, aber schlimmer ist immer noch die nicht selbst gestimmte Opferrolle, die Ohnmacht, sich gegen Lärm, Gefährdung etc nicht wehren zu können. Zumindest innerhalb von Ortschaften, dem "Lebensraum" unserer Gesellschaft.
Schilder und Service
In den USA habe ich das zuerst gesehen und in Deutschland dann direkt vermisst. Was hindert uns daran, an Ausfahrten "Servicedienste" für die Kapitäne der Landstraße anzuzeigen ?. So könnte es schon interessant sein, an Ausfahrten über Wegweiser anzuzeigen, welche Hotels, Gasthöfe, Reparaturbetriebe und Tankstellen abseits der Autobahn angesiedelt sind. Das mögen zwar die Tank- und Rastanlagen nicht gerne hören, aber wer sich die Zeit nehmen kann und will, wird sowieso nicht auf einer Autobahnraststätte tanken und essen, sondern abseits von Lärm und Gestank und höheren Preisen einen Platz suchen. Und genau dann ist es hingegen schon sinnvoll über Wegweiser einen Tipp zu geben. Es muss ja nicht immer nur ein Schnellrestaurant sein.
Nebel - Licht und Schatten
Des einen Freud des anderen Leid ?. Ich komme auf den Nutzen und den Sinn von Nebenscheinwerfern zu sprechen. Dabei gilt es zu unterscheiden, ob diese nun vorne oder hinten angebracht sind. Das Gesetz ist eindeutig: Anschalten erlaubt, wenn unter 50m Sichtweite. Allerdings scheinen die meisten Fahrer die Entfernung nicht einschätzen zu können. Eine Kontrolle dieser "Lässigkeit" findet kaum statt. Vermutlich sind die 20 DM einfach zu wenig, um dafür den Ärger der leuchtenden Vorbilder einzuhandeln.
Kommen wir zuerst auf die Rücklichter zu sprechen, welche grellrot leuchtend dem nachfolgenden Fahrer den Weg weisen aber meist ihn mehr blenden als führen. Besonders irrsinnig sind doppelte Rückleuchten, welche in die Bremslichter integriert sind. Es ist damit schon schwer zu erkennen, ob nun die Bremslichter mit angegangen sind oder nicht. Ich plädiere für eine Nebelschlussleuchte unter der Stoßstange. Nur dann kann sie den Nebel "unterleuchten". Die Frontscheinwerfer sind ja auch möglichst tief angebracht-
Die Frontscheinwerfer werden von vielen wohl als "besonders Sportlich" angesehen, wenn Fahrer mit Nebellicht vorne und Standlicht statt Abblendlicht auch am Tage oder klarer Nacht fahren. Sofern die Scheinwerfer wenigstens richtig eingestellt sind, stört dies nicht, aber eine Leuchtweitenregelung bei Beladung kennen diese Nebellichter nicht.
Wenn der Begriff der Nebelscheinwerfer und die Auslegung des Gesetzes zusammengefasst wird, dann dürfte es an der Zeit sein, ein Tempolimit einzuführen. Immer dann, wenn mit Nebellicht gefahren wird, dürfe eine Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h nicht überschritten werden. Dies ist meist im Nebel noch zu schnell, aber wenn die Verkehrslage es zulässt, schneller zu fahren, dann ist auch das Nebellicht nicht mehr notwendig. Alternativ könnten sich die Hersteller eine automatische Abschaltung der Zusatzscheinwerfer bei höherer Geschwindigkeit überlegen. Letztlich hilft aber nur der beherzte Griff ins Portmonee der uneinsichtigen Fahrer, um den Missbrauch dieser eigentlich sinnvollen Scheinwerfer zu kontrollieren.
Übrigens, auch mein Fahrzeug ist mit Nebelscheinwerfern ausgestattet, aber mir reicht die eine Leuchte hinten vollkommen aus. Wenn ich nicht "richtig" nach vorne sehen kann, dann ist es an der Zeit einfach langsamer zu fahren. Und bisher bin ich überall hingekommen und 300.000 km Unfallfrei will schon was heissen.
Führerschein und Sehtest
Ich habe wirklich nichts gegen ältere Autofahrer. Wenn Sie nicht allzu eingeschränkt in der Gesundheit sind, sind diese Fahrer einfach nur langsamer unterwegs. Und mit Abstand fährt man dann am besten. Dadurch werden auch unsichere Fahrer berechenbar bzw. der Überraschungseffekt reduziert sich. Nur ist es auch Realität, dass der Straßenverkehr kein rechtsfreier Raum ist und für die Teilnahme recht hohe Einstiegsvoraussetzungen gefordert werden. Nicht nur der Mensch muss einen Führerschein ablegen, einen Sehtest bestehen und einen Erste-Hilfe Kurs machen, auch das Fahrzeug muss versichert sein, und sowohl eine ASU als auch TÜV-Plakette haben. Zudem sind am Fahrzeug immer Verschleißteile zu wechseln (Reifen, Bremsen etc)
Nur der Mensch hat einen Führerschein auf immer ?. Ich denke das ist unsinnig. Ich ziehe meinen Hut vor den Personen, die freiwillig ihren Führerschein zurückgeben. Aber in Realität wünsche ich mir einen Personen-TÜV. Zumindest alle 10 Jahre sollte jeder Autofahrer seine Eignung bestätigen. Das muss keine Fahrschule mit Test sein. Ich vermute, dass auch ich selbst nicht mehr auf Anhieb bestehen würde, aber ich denke da an drei Faktoren, die regelmäßig geprüft und aufgefrischt werden müssten:
- Sehtest, denn Augen werden schlechter und das ist ein schleichender Prozess, den keiner direkt bemerkt.
Ich sehe das an den Veränderungen meiner Dioptrien meiner Brille, die ich alle 2-3 Jahre prüfen lasse. Oftmals nur, weil die bisherige Brille kaputt gegangen ist. - Erste-Hilfe-Lehrgang
Es ist die Pflicht zu helfen und es ist verschreckend, wie unsicher viele Leute sind. Und diese Wissen hilft auch in anderen Situationen, z.B. Unfällen daheim. - Neue Regeln
Zumindest ab und an sollten auch die alten Hasen davon Kenntnis erhalten, dass sich die Regeln verändern. Als Beispiel mag hier das Warnblinklicht bei einem Schulbus herhalten. Wissen sie auf Anhieb, wie sie sich zu verhalten haben ?
Übrigens kann mir jemand erklären, warum der TÜV für ein Fahrzeug nicht auch das Warnkreuz und den Verbandskasten prüft ?
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