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Schutz durch Polizei und Bundeswehr

(Bin noch nicht fertig.....)

Wovor muss der Bürger heute noch Angst haben, bzw. worüber machen wir uns denn noch Sorgen in der heutigen Zeit? Es geht uns wohl so gut wie nie zuvor. Die meisten leiden keinen Hunger, haben ein Dach über dem Kopf, etwas anzuziehen und Leben ihre Leben mehr oder weniger nach ihren Wünschen. Krieg und Not kennen nur noch die älteren Mitbewohner aus eigener Erfahrung. Alle anderen Kriege sind weiter entfernt oder keine direkte Bedrohung für unseren Lebensstiel. Aber es bleibt immer eine Restgefahr. Es sind weniger die großen Ereignisse, die dabei zum tragen kommen, sondern die kleinen Sticheleien und Angriffe auf Einzelpersonen und Gruppen, die nicht in Frieden leben können.

Es muss dabei ja nicht mal ein Maschendrahtzaun sein, wo sich zwei Nachbarn nicht verstehen wollen oder können. Auch die Diskussion im Sommer 2000 über die Kampfhunde zeigt die Angst von Personen vor einer Gefährdung durch andere, gegen die der einzelne machtlos und ausgeliefert ist.

Und so geht es auch mir. Ich habe weniger die Angst, durch eigenes Verschulden zu Schaden zu kommen, als unvermittelt und willkürlich schuldlos betroffen zu sein. Es ist eher die Angst vor unvernünftigen oder irrationalem Verhalten Anderer, die die eigene Lebensqualität beeinträchtigen.

Der Preis eines Lebens

Damit ist natürlich auch gleich die Frage gestellt, was heute ein Leben wert ist. Was ist mir mein Leben oder Unversehrtheit wert? Was ist mir das Leben anderer Wert?

Es ist auf jeden Fall feststellbar, dass es keinen Einheitswert für "Leben" gibt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum es so unterschiedliche Einschätzungen über den Wert eines Lebens gibt. Zum einen werden Erpressungsopfer immer mal wieder mit mehreren Millionen ausgelöst (Prominente). Auf der anderen Seite ist es auch abhängig vom Ort, so dass in dritte Welt Länder der Preise meist geringer sind. Aber dann gibt es noch die wissentlichen und geduldeten Toten, z.B. durch Drogen (Nikotin, Alkohol, und nicht legale Drogen).

Im krassen Gegensatz stehen hier auch die Kosten der Gesundheitsversorgung. Auf der einen Seite werden Millionen oder zumindest Tausende für die Versorgung einer Person ausgegeben, während mit wenigen Mark das Leben vieler Millionen geschützt werden könnte. Als Zahl sei hier nur genannt, dass sich im Jahr 2000 jede Minute in Südafrika eine Person neu an AIDS infiziert. Dass unzählige Menschen einfach nur verhungern oder in einem der Stellvertreterkriege getötet werden. Nur weil jeder Einzelne, Industrien und ganze Staaten nicht global denken. 

Schutz und Vorsorge

Aufgrund dieser Überlegungen hat sich die Gesellschaft entsprechend Schutzmechanismen ausgedacht. Das sind zum einen aktive Komponenten, wie die Polizei für die innere Sicherheit und die Bundeswehr für die äußere Absicherung. Rettungsdienste und Feuerwehren sorgen für die passive Sicherheit. Diverse andere Organisationen und Kirchen haben sich darauf spezialisiert, andere Nöte von Opfern zu lindern. Aber Opfer von Kriminalitätsdelikten sind meiner Meinung nach immer noch zu wenig abgesichert. Das Opfer wird eigentlich dreimal bestraft, im Gegensatz zu dem Täter, der wenn überhaupt mit einer überschaubaren und vor allem berechenbare Strafe wegkommt.

Strafe und Vergeltung

Jedes Opfer erleidet einen Schaden. Dieser muss nicht immer materiell sein, sondern kann sich auch anders auswirken. Unserer Gesellschaft sollte sich also Gedanken machen, wie sie den  Opfer von solchen Vorgängen Wiedergutmachung leistet. Das Opfer wird meiner Meinung nach in der Regel dreimal bestraft:

  1. Durch den Vorfall selbst
    wird das Opfer in Mitleidenschaft gezogen. Gegen diese Art der Behandlung ist meist kaum eine Gegenwehr möglich, was die Belastung deutlich erhöht. Das Gefühl des "ausgeliefert sein" ist nur schwer erträglich. Die Folgen davon sind immer auch finanzielle Beeinträchtigungen. Wenn gleich nicht jede Folge durch Geld aufgewogen werden kann, so sollte ein Entschädigung dem Opfer doch eine normale Lebensweise ermöglichen, soweit dies möglich ist.
  2. Kein Zugriff auf den Täter
    Selbst wenn der Täter gefasst wird, dann gibt es in der Regel zwei Verfahrenswege. Eines davon wird durch den Staat geführt, welches der Strafverfolgung dient.
    Erst ein zweites Verfahren wickelt dabei den Schadenersatz für das Opfer ab. Diese Trennung macht kaum Sinn, da der Staat nicht der Geschädigte ist, sondern das Opfer und daher zuerst die Wiedergutmachung im Vordergrund stehen sollte und die Strafe durch die Gesellschaft (wenn ich das mal mit dem Staat gleichsetze) erst an zweiter Steller erfolgen muss
  3. Hilflose Gesellschaft
    Der nächste Punkt ist dann aber auch schon die Gesellschaft selbst. Wie oft wird ein Täter nicht gefasst. Der Schaden des Opfers bleibt weiterhin existent und ohne Täter auch keinen Schadenersatz. Schlicht - das Opfer bleibt sitzen. Gegen Unwetter, Brand und andere Unwägbarkeiten kann sich der einzelne versichern, aber gegen Straftaten ?. Wir sind gegen Straftaten versichert. Zumindest indirekt. Denn über die Steuern bezahlen wir unseren Schutz. Die Polizei und andere Institutionen haben auch die Aufgabe, Straftaten zu verhindern. Eine erfolgte Straftat ist aber genau genommen das "Nichterbringen" einer Leistung. Was liegt also näher, als wenn die Gesellschaft eben hier einspringt und den Opfern hilft. Dann müssten sich nicht Organisationen wie der "Weiße Ring" um Opfern kümmern. Auf jeden Fall wäre es notwendig, dass alle Arten von Geldbußen und Strafen direkt der Summer der Opfer zukommen. Und die Differenz von der Allgemeinheit getragen wird.

Jeder von uns kann Opfer sein. Übrigens hat die Versicherungswirtschaft ganz klare "Preislisten", wie zumindest körperliche Beeinträchtigungen zu bezahlen sind. 

Die Bestrafung der Täter, so sie denn gefasst werden, möchte ich gar nicht weiter betrachten. Im wesentlichen stimmen hier die Maße, wenngleich der Schadensanteil der Opfer auch finanziell besser berücksichtigt werden sollte.

Dann haben auch die Täter und Täter in spé gleich einen Anhaltspunkt, wie "teuer" ihre Tat werden kann. Auch ein Teil der Abschreckung. Aber der Schutz und die Wiedergutmachung der Opfer steht ganz vorne.

Erpressung und Bestechung

Womit wir wieder beim Preis eines Lebens sind, der immer dann sichtbar wird, wenn Erpresser quasi wie auf einem Markt den Preis des Opfers taxieren. Ich denke aber, dass diese gesamte Problematik überwiegend hausgemacht ist.

Erst der Erfolg von Erpressern zeigt anderen Tätern, dass dies durchaus ein Weg ist, zu einem Einkommen zu kommen. Ich möchte davon gerne mal die ungeplanten Erpressungen ausnehmen, bei denen ein Täter sich ein Opfer sucht, um zu entkommen, d.h. bei der Geld keine Rolle spielt, sondern der Täter sich selbst retten will. Diese Erpressungen sind zwar kaum als besser zu bezeichnen, aber wenn man hier überhaupt eine Abstufung treffen kann, dann sind Erpressungen des Geldes wegen verwerflicher, da sie keinerlei Menschlichkeit besitzen. Ein Mensch, der an seinem eigenen Leben hängt, ist erst mal ganz normal, wenn er dazu nur keine Geisel genommen hätte.

Aber egal in welcher Situation sich eine Erpressung abspielt, ist sie nicht zu tolerieren und auch nicht nachzugeben. Und da ich mich nicht höher stellen möchte als andere, gilt dies auch für mich.

Wer meinetwegen einer Erpressung nachgibt, darf nicht mit meinen Dank rechnen. Weil ich weiß, dass das mir ersparte Leid dann einem Anderen erneut wiederfahren wird. Es muss von vorneherein klar sein, dass Erpressungen nie Erfolg haben können. Auch auf die Gefahr hin, das der Täter und eventuell Opfer dabei zu Schaden kommen. Fragen sie beim UNHCR nach, wie viele Personen täglich an "unterlassener Hilfeleistung" sterben (Entwicklungshilfe ist Hilfeleistung) und setzen sie diese Zahl in Relation zu den wenigen Menschenleben bei einer Erpressung.

Ansonsten sind Staaten und die Gesellschaft ja auch großzügig bei der Übergehung von einzelnen Interessen.

Übrigens zähle ich Bestechlichkeit ebenso zum Tatbestand der Erpressung. Durch die Annahme von Geldern kann der Geber durchaus den Eindruck gewinnen, dass der Nehmer genau dies will, um gefällig zu sein. Aber da haben unsere Parteien und Würdenträger ja viel mehr Übung drin.


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