Renten und Vorsorge
Ich habe seit meiner Selbständigkeit keine Beiträge mehr in die Rentenkasse geleistet. Wofür auch ?. Was aktuell sich unsere Politiker erlauben hat mein Vertrauen in jede Art "Solidargemeinschaft" zu stark erschüttert. Es war schon lange bekannt, dass die gestiegene Lebenserwartung, kürzere Arbeitszeiten und frühere Renteneintrittsalter auf Dauer nicht gut gehen können. Auch die Bevölkerungspyramide und die Altersverteilung machen sehr deutlich, das das System scheitern wird.
Nun ist guter Rat schwer, denn es ist kaum möglich, die Fehler der Vergangenheit heute zu korrigieren. Auf der einen Seite will man die Solidargemeinschaft erhalten, da auf diese "Umverteilung" alle bisherigen Rentner und älteren Arbeitnehmer hoffen und vertrauen. Schließlich haben Sie jahrzehntelang brav ihre Rentenbeiträge gezahlt, die aber nicht "angelegt" wurden sondern direkt an die vorhandenen Rentner ausgezahlt wurden. Daher haben in der Zeit von 1945ff sicher Personen mehr Geld erhalten, als Sie früher an Beiträgen gezahlt haben. Trösten wir uns damit, dass das Geld ja nicht verbrannt wurde, sondern ausgegeben wird und damit der Konsum gesteigert wurde. Das ist eh alles nur eine große "Umverteilungsmaschine".
Aber nun steht die Gesellschaft vor dem Scherbenhaufen, weil nicht rechtzeitig angepasst wurde. Ich frage mich eh schon lange, wie man mit 40 Jahren Arbeitszeit (nehmen wir mal 20-60 Jahre als Arbeitszeit an; Beträge in der Lehrzeit sind eher minimal. ebenso die olivgrüne Zeit und mit Zeiten der Arbeitslosigkeit dürfte das schon hinkommen)
In dem Lebensabschnitt von 0-20 Jahren könnte man sagen, die Familie "finanziert" die Entwicklung, was ja auch eine Art Solidargemeinschaft darstellt. aber alle über 60 muss durch die Rente existieren und jede Jahr mehr Lebenserwartung verschärft den Konflikt. Ich wünsche jedem ein langes Leben und auch den Wahlwerbespots ist die wachsende Beachtung der älteren Leute zu erkennen, aber die Wahrheit ist manchmal schmerzlich und so wie die Politiker in der Vergangenheit zugunsten von Wählerstimmen Entscheidungen nicht oder verzögert getroffen haben (ich erinnere mich an den Solidarzuschlag). Und das wird sich nicht ändern können, solange wir alle nur kurzfristig denken und die Parteien wählen, die uns über die Realität täuscht und nur kurzfristig auf ihre Wahlziel aus ist. Politiker sind nun mal Machtmenschen, und ohne Posten haben sie keine Funktion, keine Presse keine Präsenz und sind einfach nicht auf der Bühne präsent. Und das ist schwer zu ertragen. Jeder Handwerker kann an einem Bau der vergangenen Tage vorbeifahren und seinen Kindern erzählen, "Schau, das hab ich mit gebaut" Das kann ein Politiker nicht.
Daher wird nun wieder nur halbherzig versucht, etwas neues als "Lösung" zu verkaufen.
Drei Säulen der Rente:
Schönes Bild, wenn drei Säulen stehen und damit die Rente sicher sein soll. Andererseits heißt das aber auch, dass jeder von uns, so er in diesem Spiel mitmacht, drei Säulen aufbauen muss. Das Ergebnis ist, dass wir nun dreimal Beiträge an drei verschiedene Stellen zahlen dürfen, dreimal deren Verwaltung mit bezahlen, dreimal Verträge, Laufzeiten, Belege, etc sammeln müssen und am Ende vielleicht mit drei Parteien "streiten". Denn wer garantiert mir, dass später nicht eine Institution ihre Zahlungen kürzt, weil eine andere ja zahlt und ich damit über ein "Maximum" komme ?
Zudem müssen nun viele nicht nur in die klassische Rente einzahlen, sondern auch noch privat vorsorgen. Und dann auch noch erzwungen, d.h. wenn ich nicht privat versichere (d.h. Säule drei aufbaue), dann kürzt mir die staatliche Rente (Säule 1) auch noch einen Anteil. Und dann kommt noch hinzu, dass einkommensschwache Personen einen Zuschuss vom Staat bekommen, wenn Sie nicht genug für eine private Vorsorge aufbringen können. Das kann sich auch nur wieder ein Politiker ausdenken. Bürokratisch, kompliziert, undurchsichtig und damit wieder hoch betrugsverdächtig. Was ist bitte schön die Überlegung dahinter? Verlieren nun unsere Politiker ihren Verstand und ihre Urteilsfähigkeit restlos und können Sie sich nicht mehr an den Amtseid erinnern?
Die Riester-Rente ist in der Hinsicht ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Damit wird eine private Vorsorge ermöglicht, die die Differenz der gesetzlichen Rente zum, bisherigen Stand abdeckt. Es ist also gar keine "dritte Säule", sondern eher eine dünne Scheibe auf die erste staatliche Säule dazu. Für so wenig Prozent do eine große Verwaltung ?. Ich denke ein Staat sollte in eigenem Interesse dafür sorgen, dass die Bürger eine Alterssicherung aufbauen. Aber das bedeutet, dass Klartext geredet wird und dazugehört auch, dass die Denkweise in "Legislaturperioden" aufhört und alle nur Geschenke zur Wiederwahl machen möchten.
Die heutige Rente ist kein Ansparen von Beträgen der Rentenzahler, sondern eine Umverteilung von Arbeitnehmern an Rentner und irgendwann kippt das Modell.
Für mich ist klar, dass das Rentensystem der heutigen Form nicht überleben kann, Es sei denn ein Krieg, Seuche, Katastrophe oder ähnliches sorgt für eine radikale Verminderung der Einwohner. Vielleicht haben die damaligen Entwickler des Rentensystem nicht bedacht, dass wir über 50 Jahre krisenfrei überstehen. Ob 20% Rentenbeitrag reichen, um mit den über 40 Jahren gesparten Beiträgen weitere 40 Jahre über die Runden zu kommen, bezweifle ich ebenfalls. Das funktioniert immer nur dann, wenn das Wachstum immer weiter anhält. Aber es gibt kein "endlos". Also warten wir doch alle auf einen einschneidenden Moment in der Entwicklung der Bevölkerung.
Und bei all dem hilft auch eine Ökosteuer nicht weiter, die auf der einen Seite die Alterssicherung unterstützen soll, aber das nur kann, wenn viele Ökosünden begangen werden. Verkehrte Logik und ein weiteres Beispiel für unsere konfuse und ungerechte Steuergesetzgebung.
Private Vorsorge - anders
Ich sorge auf meine Art vor. Nur anstelle regelmäßig einen Betrag an eine Institution zu entrichten, sorgen ich dynamisch durch eigene Rücklagen. Denn auch jede Alterskasse ist ja nicht nur ein Sammelbecken von Beträgen, sondern wirtschaftet damit, z.B. durch Anlagen, Aktien, Anleihen etc. Investiert also in die Wirtschaft um an dem Wachstum teilzuhaben. Nur wo ist der Unterschied, ob ich selbst Vermögen aufbaue oder jemandem anders diese Aufgabe übertrage ?. Wenn meine eigene Vorsorge "fehlschlägt", dann bleibt mir nur die Minimalabsicherung, die ich durch meine Steuern eh finanziere (Sozialhilfe heißt das heute), aber keine andere Rentenstelle kann eine bessere Garantie abgeben, die aktuelle Entwicklung zeigt ja genau, wie viel die Aussagen der Vergangenheit wert waren. Eher nichts.
Am Ende ist eh alles nur eine große Geldumverteilungsmaschine: Wenn meine Vorsorge nicht gelingt, dann bedeutet das einfach nur, dass meine Rücklagen nicht den erwarteten Gewinn abgeworfen haben. Aber dann muss ja jemand anderes "verdient" haben. Denn vernichtet wird ja selten was, also hat jemand anderes entsprechend höhere Steuern und Beiträge bezahlt. Das ist der einzige Trost, warum sich ungerechte Steuern halbwegs ertragen lassen: Das Geld kommt indirekt wieder zurück, indem dadurch andere Personen beschäftigt werden, die sonst über Nürnberg bezahlt würden.
Es war nicht meine Entscheidung, hier zur Welt zu kommen, es war nicht meine Entscheidung, zum Bund zu müssen, wie so viele andere Dinge in der Vergangenheit fremdbestimmt waren. Aber ich fälle wo immer es geht, Entscheidungen über mich selbst, z.B. wo und wann ich arbeite und lebe. In letzter Konsequenz heißt das auch, dass die finale Entscheidung auch bei mir liegt.
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