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Pleiten, Pech und Pannen

Phillip Holzmann ist Pleite, weil das Geld nicht gereicht hat.

War es einfach langjähriges Missmanagement, oder war die Firma einfach kurze Zeit nicht mehr flüssig genug, um die laufenden Kosten zu bezahlen, oder haben die Auftraggeber ihrerseits die Zahlungsziele hemmungslos überzogen ?.

Egal, es wird irgendwie weitergehen und ob daraus Konsequenzen gezogen werden glaube ich nicht mal. Ein Rücktritt der Verantwortlichen ist nett gemeint, aber beim Fahren mit Alkohol wird einem recht schnell der Führerschein entzogen (kann mir nicht passieren). Aber wer stellt sicher, dass aus diesen "Führungspersönlichkeiten" nicht wieder jemand an ein Ruder kommt ?

Auf der anderen Seite verstehe ich den Aufschrei der Massen nicht. Zugegeben, der Arbeitgeber ist weg vom Fenster, aber die Arbeit ist doch weiterhin da. Die Gebäude sind angefangen und werden zuende gebaut, wenn das Geld da ist. Und alle anderen Bauunternehmen haben zwar sicher Reserven, aber können auch nicht einfach eine Baustelle übernehmen. Dazu zählt mehr als nur das wollen, sondern auch das Personal, das Material und die Bauleitung. Also werden die Mitarbeiter bei einer anderen Firma unterkommen.

Ob nun fünf Großfirmen je ein fünftel des Marktes bebauen oder die vier übriggebliebenen jeder etwas mehr macht. Unterm Strich werden einige Arbeitsplätze eingespart, weil effektiver gearbeitet werden kann. Das das ist ja genau das, was alle Welt versucht. Effektivität zu steigern und die Gewerkschaften tragen ihren Teil dazu bei, indem sie auch an diesen Steigerungen teilhaben wollen mit Lohnsteigerungsraten jenseits der Inflationsmarken.

Ob nun zwei Firmen zusammengehen, oder eine von der anderen übernommen wird, oder eine Pleite geht und die Konkursmasse an den Rest verteilt wird: Wenn die Arbeit da ist, wird auch jemand sie ausführen und damit Menschen arbeiten.

Gefährlich ist wirklich nur das Eingreifen in den Markt. Ab wann ist eine Firma groß genug, damit der Staat sich einmischt mit Hilfen ? Ab wann ist eine Firma so  klein, dass man sich am ausgestreckten Arm einfach sterben lässt ?.

Ist das wie bei den Hungerskatastrophen der Welt, wo wenige Leute und einige Millionen hingesandt werden, auf der anderen Seite aber mit viel weniger Geld sehr viel mehr Menschen geholfen werden kann, oder wo ganz viel Geld nur wenigen hilft ?.

Die Wirtschaft ist nun mal ein Kreislauf, bei der Waren, Leistungen und Gelder umherlaufen. Es ist müßig zu sagen die Steuern sind zu hoch, denn hohe Steuern sind hohe Einnahmen für den Staat, der das Geld ja nicht vernichtet, sondern damit wieder Aufträge bezahlt. Also kommt das Geld wieder zurück. Ärgerlich ist nur, dass dies einem die Selbstbestimmung raubt und man nicht selbst über die Verwendung bestimmen kann.

Genauso ist es bei Firmenpleiten. Es ist schlimm für den einzelnen, der kurzfristig keine Arbeit hat und generell seine bisher schön geplante Zukunft den Bach runter gehen sieht. Aber das ist der Lauf der Dinge. Ein Sturm schädigt den Wald und denkt Häuser ab. Hochwasser und Hagel schädigen Landwirte völlig überraschend. Es wird keine "100% Sicherheitsgesellschaft" geben, weil die Kosten dafür eben 105% betragen würden.

Wir versichern uns gegen die großen einmaligen Risiken wie z.B. Autohaftpflicht, Hausrat etc. Die Arbeitslosenversicherung ist eben eine Absicherung gegen solche Ausfälle. Sie sind schmerzhaft für den einzelnen, aber diesen Weg machen Jahr für Jahr viele tausend Personen durch, weil sich die Arbeitswelt permanent ändert. Sind 20.000 neu Arbeitslose von 1000 Firmen weniger wert als 20.000 Leute auf der Straße von einer Firma ?

Schaut euch die monatlichen Berichte aus Nürnberg an, wie sich die Statistik Monat für Monat verändert. Dahinter verbergen sich viel mehr Einzelschicksale, die durch einen Arbeitsplatzwechsel, Neuanfang oder Verlust ihre persönliche Umgebung neu einrichten müssen.

Ich bin erbost, dass für einen Prozess, der ganz natürlich ist, auch noch meine Steuergelder verwendet werden. Es gibt weit bessere Wege, diese Gelder einzusetzen. Steuern dienen zur Erhaltung und Finanzierung des Staates und des Gemeinwohls, z.b. Kindergären, Straßenbau, Verwaltung, Schutz und so weiter. Risiken der Geschäftsführung muss die Firma eigenständig absichern, wie jeder andere auch und der einzelne trägt durch die Zahlung der Arbeitslosenbeiträge ebenfalls schon zu einer Absicherung bei.

Es wird weitere Holzmanns geben. Es ist wie bei Erpressungen, krummen Spenden und Schmiergeldzahlungen: Wer einmal ein Zugeständnis macht, ist erpressbar,  wird nie wieder ernstgenommen, und lockt Nachahmer an.


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