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Paderborn

Tja es bleibt nicht aus, wenn man öfters in einer Stadt ist, dass man auch die seltenen Eigenheiten einiger Bewohner erlebt. Davon möchte ich gerne berichten.

Paderborn ist eigentlich eine nette Stadt, die durchaus ihre Reize hat. Wenn man sich nicht davon stören lässt, dass es ein Bischofssitz ist und demnach die Anzahl der katholischen Institute, Bibliotheken und anderen Dinge signifikant höher sind, dann ist es ein nettes Dorf. Zwar klappen hier in der Regel schon um 19:00 die Bürgersteige hoch und die Fußgängerzone ist dann eine Wüste, aber auch damit kann ich leben.

Es gibt ein Sprichwort: Entweder die Glocken läuten, oder es Regnet.

Das mit den Glocken stimmt schon, eben wegen der vielen Kirchen und Anlässe, auch das mit dem Regel ist eine typische Eigenschaft von Paderborn. Ich hatte selten den Eindruck, dass es in Paderborn nur durchschnittlich viel regnen würde. Aber was will man von einer Stadt halten, die nicht am Berg gebaut ist, in deren Stadtmitte aber trotzdem die Pader entspringt. Einfach so mitten drin. Irgendwo muss das Wasser ja herkommen.

Leider sind zwei Dinge vergessen worden:

Das Wörtchen ODER stimmt nicht ganz, zu oft müsste es ein "UND" heißen. Und Vielfahrer fügen dieser Regel noch den Anhang hinzu: ".. oder die Ampeln sind rot". Mag sein dass dies eine Art höhere Verkehrsberuhigung ist, aber soviel Rot ist schon preisverdächtig. 

Wollen wir aber nun mal zu den Besonderheiten der Paderborner kommen. Folgendes beruht auf wahren und selbst erlebten Gegebenheiten:

Kirchenchor

Mein erstes Jahr in Paderborn als Azubi und ich schlendere nichts ahnend durch die Fußgängerzone, als aus einer Tür ca. 12 Nonnen im Gänsemarsch heraus schreiten. Sie stellen sich im Halbkreis auf dem Marienplatz auf, trällern einige Lobeshymnen und verschwinden wieder in der Tür. Ich war einfach nur baff.

Lange Leine

Wussten sie schon, wie Paderborner ihre Hunde ausführen ?. Woanders laufen die Halter ja vom Haus mit der Leine weg. Einige nehmen ihren Struppi noch ins Auto und fahren an eine schöne Stelle, um dann etwas herumzulaufen. Aber wenn ihnen abends beim Joggen ein Auto auf dem Feldweg entgegen kommt., und zwei wild kläffende Hunde ohne Leine hinterher rennen, dann ist das schon eine unfreiwillige Komik.

Radfahrer

Paderborn ist recht gut ausgestattet, was Radwege betrifft. Oder sagen wir mal, dass viele Radwege ausgewiesen sind. Die Qualität ist relativ. Soweit möglich, nutze ich als Radfahrer auch diese Strecken. Es gibt allerdings Ausnahmen. Wenn ich zügig unterwegs sein möchte (und das bedeutet mit dem Rennrad schneller als 30 km und immer im Spurt von einer roten Ampel zur nächsten), dann will und darf ich als verantwortungsbewusster Radfahrer nicht auf Radwege. Zum einen ist mir das Risiko einfach zu hoch, an einer Einmündung übersehen zu werden. Und zum andern gebietet es die Rücksicht, auf Radwegen nicht als Raser andere Personen und insbesondere Kinder oder Fußgänger zu gefährden. Daher fahre ich in solchen Situationen lieber im Verkehrsstrom mit, und halte mich an die gleichen Regeln wir Autofahrer. Leider scheinen viele Paderborner zu glauben, sie hätten die absolute Wahrheit verinnerlicht (vielleicht liegt es am Glauben). Und bemühen sich redlich, solche Radfahrer darauf hinzuweisen, dass es doch einen Weg für Radfahrer geben würde. So nett gemeint die Hinweise sind, sie sind doch nicht sehr sinnvoll. Gefährlich wird es aber, wenn eben diese rücksichtsvollen Autofahrer mit ihrer "Waffe" Automobil versuchen, Radfahrer mit sanfter Gewalt davon zu überzeugen.

Leute, vergesst es einfach, denn an der nächsten Ampel würde ich dann doch wieder neben euch stehen. Zumindest, wenn mich dann nicht einer eurer Kollegen bei einer Seitenstraße früher erwischt hat. Seit doch einfach froh, dass ich dann "nur" ein Radfahrer bin, an dem ihr problemlos vorbeifahren könnt, der kein Sichthindernis ist und euch keinen wertvollen Verkehrsraum abknabbert. Radfahrer schenken Autofahrern ein Stück Straße. Stellt euch vor alle Radfahrer würden auch mit dem Auto fahren. In dem Sinne. Frohe Fahrt

Mal sehen welcher weiteren "Besonderheiten" mir während meiner Anwesenheit in Paderborn so auffallen.