Kampfhunde und andere Risiken
Jedes Tier ist ein Risiko. Einfach alles, womit wir umgehen, kann eines Tages einmal unerwartet anders reagieren, als es geplant ist. Das muss nicht unbedingt ein Hund sein. Auch eine "harmlose" Katze kann über die Straße rennen, einen Auto oder Radfahrer erschrecken und die möglichen Folgen können genauso schwerwiegend sein, wie ein Kampfhundebiss.
Wenn eine Gesellschaft bestimmte Auswüchse und Umstände einfach nicht haben möchte, so wird sie eben dies erschweren oder gar verbieten. Nun sind wir in Deutschland schnell mit Verboten, Richtlinien, Gesetzen und Regelungen und das ist keineswegs mehr in Ordnung, denn mit der Menge an Verordnungen und Ausnahmen wird die Lage undurchschaubar und damit letztlich ungerecht und eine Frage des Geldes, wer sich den notwendigen Rechtsbeistand erkaufen kann.
Also sollte sich eine Lösung finden lassen, die all diese Dinge mit einer einfachen Regel abwickelt. und da eignet sich einfach die Fragestellung "Haftpflicht". Jeder Halter ist für seinen Hund verantwortlich. Nun bewirkt das noch nicht direkt etwas. Die Versicherungswirtschaft wird sich aber schon selbst in einer "Risikoabwägung" überlegen, wie teuer welche Risiken einzuschätzen sind. Hunde, Halter oder andere Umstände, von denen eine geringe Gefahr ausgeht, werden günstiger bewertet, als "Risikoumstände". Das gleiche kennen wir schon alle von den Lebensversicherung und der Autohaftpflicht.
Es mag kalt klingen und es ist gewiss kein Trost für all die Personen, die schon von einem Hund gebissen wurden, aber die Gesellschaft misst in gröberen Maßstäben. Wenn ein einzelnes Menschenleben wirklich soviel wert währe, würden diverse "Vorfälle" der Vergangenheit sehr viel stärker bekämpft worden sein. Insofern ist auch ein durch einen Hund getötete Person nur eine Person mehr in der Statistik. Lesen sie nach, wie viel Personen pro Sekunde an Unterernährung sterben, im Straßenverkehr getötet werden oder einfach an den Folgen von Zigaretten oder Alkohol versterben. Es genauso unsinnig über die Toten von Eschede (DB), Geiselnahmen oder anderen "nachrichtenbekannte" Großereignisse zu jammern. Das sind wirklich "Peanuts" im Vergleich zu den täglichen Toten. Solange Verursacher nicht wirklich bestraft werden und die Abschreckung und das Risiko zukünftig nicht ausreichend verhindernd wirken, ist jede Betroffenheit nutzlos.
Ich bin gegen ein Verbot, solange der Halter einen maximalen Aufwand betreibt, um eine Gefährdung für die Allgemeinheit auszuschließen. Zumal jede Art von Positiv oder Negativliste ein Freibrief für andere Rassen als "ungefährlich" darstellt und bei einem Unfall die Halter entlastet. Zudem wird immer jemand Wege, Definitionen und Ausnahmen finden, um dies zum umgehen und damit sowohl den Verwaltungsaufwand und die Gerichtstermine hochtreiben. Wofür das Ganze ?
Jedes Auto muss zum TÜV, Als Autofahrer muss ich meine Befähigung durch einen Führerschein nachweisen (und die Verkehrskontrollen versuchen das auch später noch zu kontrollieren). Also warum sollte ein Hundehalter für "schwierig" zu haltende Rassen nicht auch den Umgang mit dem Hund lernen?. Und da Hunde wohl wirklich heutzutage ein "Problem" unserer Gesellschaft sind, bietet sich dann an, diese über die Privathaftpflicht des Hundebesitzer oder eine gesonderte Hundehaftpflicht abzuwickeln. Aber bitte zwingend Vollkasko, damit die Opfer abgesichert sind.
Denn es wird immer Leute geben, die sich über Verbote hinwegsetzen, aber dann dürfen die Opfer nicht doppelt und dreifach geschädigt werden. Einmal der Schaden durch den Vorfall selbst, einmal durch eine mangelnde Fähigkeit der Wiedergutmachung durch den Verursacher und drittens durch die mangelnde Unterstützung der Gesellschaft als "Gemeinschaft". (Siehe Weißer Ring).
Wenn wir schon nicht für alles und gegen alles Gebote und Verbote erfinden wollen, bis zu deren Beschluss und letztlich der Durchsetzung viel Zeit vergeht, sollte die Grundlage entsprechend gelegt werden, damit nicht jedes mal "nachgebessert" werden muss. Und das ist keineswegs auf Kampfhunde beschränkt.
Für mich persönlich werden aus heutiger Sicht nie ein Kampfhund oder andere in meinen Augen "unlogische" Dinge wie Zigaretten etc. in Betracht bekommen. Meine bisherigen Begegnungen mit fremden Hunden waren zwar auch ab und an "kritisch" und das Verhalten der "Halter" ist auf großes Unverständnis gestoßen, aber "Toi, Toi Toi" bisher ohne Narben.
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