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Greencard oder nicht ?

Ich bin auch für die Greencard. Ich hätte auch gerne eine Greencard für die USA. Wer die anderen Artikel gelesen hat, kann sich auch vorstellen warum.

Es ist leicht über mangelnde Qualifikation und fehlende Spezialisten zu lästern, wenn diese nicht selbst aufgebaut werden.

Allerdings ist es auch einfach ein Problem der Ressource Mensch:

Etwas verallgemeinert ist es schon seit Jahrhunderten eben so, dass ein Anteil der Bevölkerung der Religion verfällt, ein Teil in der "Regierung" aktiv ist, ein weiterer Teil selbständig als Handwerker oder Bauer tätig ist und ein Großteil damals als Knechte oder Mägde ihr Leben verbrachten.

Nun haben die letzten Jahrhundert eine Revolution des Lebens bedeutet. Aber es gibt immer noch die gleichen Strukturen: Kirche, Politik, aktive Personen und Angestellte. Das soll nun keine Herabwürdigung von bestimmten Personen sein und auch kein "ich bin besser als du", sondern ist nun mal Fakt, dass Personen eigene Vorstellungen ihres Lebens und der Zufriedenheit haben.

So wie einige froh sind, eine geregelte Arbeit mit Stechkarte und einem für Jahre im voraus geplanten Lebenslauf haben, definieren andere eben ihre Leben anders.

Bei der IT-Branche haben wir nun das Problem, dass das Tempo der Entwicklung so immens ist, dass quasi die meisten davon flexibel sein müssen und selbständig ihre Ausbildung betreiben. Das hat nichts mit "besser" zu tun, ich weiß selbst, dass ich an meinen Bremsen am Auto nicht rumschraube, weil das jemand anderes besser kann. Deshalb ist meine Arbeit doch nicht "besser". Sie ist einfach nur "anders".

Durch eine Greencard ist es nun möglich, eben solche Personen, die die arbeiten wollen, ins Land zu holen. Vielleicht gibt es diese in Deutschland wirklich nicht, vielleicht sind sie einfach vor einigen Jahren in andere Zweige der Wirtschaft abgewandert. Nicht nur die IT-Branche braucht flexible Leute.

Aber armes Deutschland, sind 10.000 Leute wirklich ein Beinbruch ? Seht mal die Chancen dieser Entwicklung. In anderen Ländern bereichern andere Kulturen auch das Leben. Natürlich sind dann Fremdsprachen gefragt und man muss sich auch etwas mehr anstrengen, aber auch das hat seinen Reiz.

Bitte setzt "Ausländer" nicht immer mit Müllmann und Asylant gleich. Ich bin auch Ausländer, sobald ich die deutsche Grenze überschritten habe. Ohne Einflüsse anderer Kulturen gäbe es heute keine Pizza, kein Karate, keine Jazzmusik und keine Cheeseburger. Wollt ihr all das missen ?

Jeder redet von Wettbewerb, dass dadurch die Preise im Telefonmarkt gesunken sind, dass Wettbewerb für faire Leistungen zu gerechten Preisen führt, aber bitte keinen Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt ?.Ich denke wer in Deutschland arbeiten will und kann, sollte das tun. Das Geld dieser Leute wird doch nicht vernichtet, sondern ebenso hier wieder für Wohnung, Essen etc ausgegeben, als Steuer der Allgemeinheit zurückgegeben oder selbst eine Überweisung ins Ausland nach Hause bedeutet, dass später jemand mit eben diesem Geld wieder Waren aus Deutschland kauft.

Oder ist es einfach die Angst, dass man nicht mehr mit der bequemen sozialen Absicherung und mit regelmäßigen Gehaltserhöhungen über der Inflationsrate rechen kann, sondern sich täglich auf dem Markt der Arbeit wieder verdienen muss ?

Ich kann leicht reden, mag der ein oder andere nun sagen, mir geht es ja gut, ich hab ja Arbeit und bin zur richtigen Zeit am richtigen Fleck. Ich kenne auch die andere Seite und die Untauglichkeit bestimmter Ämter. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich auch mehrere Monate arbeitslos gemeldet war trotz entsprechender Qualifizierung.

Der Aufruf zu einer Greencard sehe ich daher mehr als Signal, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen, mehr Flexibilität im Arbeitsmarkt zu erreichen und natürlich auch bestimmte Bedarfsspitzen abzudecken.

Eine Lösung wird es auch für diesen aktuellen angeblichen Personalengpass nicht sein, solange sich nicht die Lebens- und Arbeitseinstellung der Personen ändern. Aber interessant finde ich die Äußerungen und das Verhalten der verschiedenen Verbände und öffentlichen Personen. Ich hoffe noch möglichst lange diesen Filz zu umgehen. Nur gut, dass ich meine Geschicke selbst in die Hand genommen habe.

Wenn ich noch einmal meinen "Arbeitgeber" wechseln sollte, dann bin ich sicher, dass ich nicht mehr in diesem Land eine Arbeitsstelle suchen werde.


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