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Arbeitsamt und Beschäftigung

Wenn Sie sich meinen bisherigen Lebenslauf angesehen haben, dann werden Sie einen Lücke in meiner ansonsten nahtlosen Geschichte erkennen.

Vom Januar 1993 bis Mitte 1993 lagen einige Monate Arbeitslosigkeit. Also sagen sie mir nicht, ich wüsste nicht wovon ich rede. Ich habe am eigenen Leib erfahren, was Mobbing, Arbeitslosigkeit und Ohnmacht gegenüber Behörden bedeutet. Ich habe meine Lehren daraus gezogen und auch ohne Durchsetzung meiner Ansprüche bis in letzte Instanz meinen Weg fortgesetzt.

Heute kann ich mich nur über die Debatte zur Greencard wundern, aber auch verstehen. 

Mein Fall

An meinem konkreten Fall festgemacht, hat es das Arbeitsamt Germersheim und die Fachvermittlungsstelle in Landau nicht geschafft, mir einen Arbeitsplatz anzubieten. Und das zu einer Zeit, als auch die Netzwerke gerade stark gewachsen sind und ich meine Zertifizierung als CNE, Auslandserfahrung und beste Arbeitszeugnisse in der Tasche hatte.

Viel erschreckender war dabei aber, dass nicht einmal ein Angebot gekommen ist. Nach der dreimonatigen Sperre wurde dann auch brav das Arbeitslosengeld überwiesen. Ich musste mich nur jeden Monat einmal melden und mir so einen gelben Nummernzettel ziehen. Das hat mich am Ende in der Ansicht gefestigt, dass das Arbeitsamt eigentlich nur eine Verwaltungsstelle der Gelder ist, die Arbeitslose bekommen und Arbeitsnehmern abgenommen wurden.

Kann das denn alles sein ?. Ich denke nein.

Ich würde den Status "arbeitslos" anders definieren. Arbeitslos bedeutet, eine Person  ist nicht in dem Beruf tätig, den sie erlernt hat oder machen möchte. Die kann daran liegen, dass es an dem Standort nicht ausreichend Stellen gibt (Also diese Qualifikation einfach nicht gebraucht wird). Meist läuft das daraus hinaus, dass die Person in ihrer Wohnung sitzt und wartet, Zeitung liest, sich eventuell bei Stellen bewirbt oder ein einer Umbildung oder Weiterbildung stecken.

Definition Arbeitsamt

Ich würde das Arbeitsamt umdefinieren. Das Arbeitsamt ist die Stelle, bei der alle Personen landen, die nicht in einem regulären Betrieb beschäftigt sind. Sie sind daher aber nicht arbeitslos, sondern erhalten ein Übergangsgeld und sind eine Ressource des Arbeitsamtes.

Das Arbeitsamt hat nun genauso zu handeln wir eine unternehmerisch geführte Institution mit der Sonderrolle, dass die Betriebsmittel "Menschen" sind und das primäre Ziel die Entlassung dieser in das Berufsleben ist. Genauso muss es dann ein Ziel sein, den Arbeitskräftebedarf zu ermitteln und entsprechend zu bilden. Es kann nicht sein, dass jemand "daheim" sitzt und wartet. Stillstand heißt Rückschritt. 

Menschen sind genauso Produktionsfaktoren wie eine Maschine, ein Fahrzeug oder Rohstoffe. Und es gibt genug Arbeit. Es gibt viel zu viele "unerledigte" Tätigkeiten. Also bleibt den Personen, die auf der Lohnliste des Arbeitsamtes stellen nur die Alternative, gemeinnützige Arbeiten zum Wohle aller Personen zu erledigen, oder in einer Weiterbildung aktiv mitzumachen. Es dürfte nicht viel mehr kosten, viele Arbeitslose in einer Weiterbildung zu qualifizieren. Und wenn dies mehrere Jahre geht, ist das auch nichts anderes als ein Studium.

Ich weiß auch, dass nicht alle Personen Computerfachwissen haben, aber jeder kann irgend etwas arbeiten. Ansonsten stelle ich einfach mal die Sinnfrage zur Existenz. Wenn jemand nicht mal bereit ist, seine Grundversorgung selbst zu erarbeiten, ist es an der Zeit, die Situation deutlich zu machen. Ich ärgere häufig über die Rücksichtslosigkeit von Menschen beim Umgang ihrer Umgebung. Seien es die Cola oder Schnellrestaurantverpackungen im Straßengraben oder andere Müllablagerungen. Ich habe leider nicht die Wahl zwischen der Finanzierung nun leider arbeitslos gewordene Personen "daheim" oder der Entlohnung tatkräftiger Menschen im Sinne des Gemeinwohls. Meine Meindung nach darf es keinen Arbeitslosen geben, der daheim auf die Vermittlung eines neuen Jobs wartet. Dann lieber einen "geregelten" Tagesablauf mit dem Besuch einer Stätte, die Personen weiterbildet oder bei Bewerbungen und dem Studium von Zeitungsanzeigen hilft. Nebenbei würden so jede Menge Lehrer auch keinen Job finden.

Die Vollkaskomentalität in unserer Gesellschaft sollte doch nicht so ausgeprägt sein, dass jeder auch ohne einen Beitrag zur Gesellschaft noch gemütlich leben kann. Jede muss etwas dazu tun, sein Leben zu gestalten und im ungünstigsten Fall muss das Arbeitsamt den Personen eine Tätigkeit anbieten, quasi ein "Recht" auf Arbeit, aber auch eine "Pflicht" zur Arbeit. Volkswirtschaftlich dürfte so mehr rauskommen, als wenn jemand zum passiven Konsumenten wird.

Alternative Arbeitsamt

Aber mal ehrlich, ich glaube nicht, dass sich jemand dieser Idee annimmt. Dann bleibt nur noch die andere Alternative:

Jeder der Geld in die Arbeitslosenversicherung zahlt, hat dann einen Anspruch auf Leistungen im Falle der Arbeitslosigkeit. Das ist ein "Geschäft", welches heute an anderer Stelle schon millionenfach betrieben wird. Wir bezahlen eine Krankenversicherung zur Absicherung im Krankheitsfall. Die Kfz-Haftpflicht ist nicht nur ein Schutz eines Unfallopfers, sondern auch uns selbst gegen Entschädigungsforderungen. Die Logik steckt im Begriff "Versicherung", wird sichern uns damit gegen Risiken ab. Wir wissen alle, dass nicht alle Risiken versicht werden können, weil und das sonst 110% Prämien kosten würde, aber letztlich muss jeder selbst entscheiden, gegen was er sich versichert. Aus diesem Grund würde ich auch gleich die Trennung von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe auflösen. Jemand, der dem Arbeitsamt zur Verfügung steht in Rahmen der Vermittlung, der Weiterbildung oder bei Arbeiten bekommt dafür einen Betrag, der seine Qualifikation und Tätigkeit, und damit annähernd wie heute proportional zum früheren Einkommen ist.

Also wird das Arbeitsamt einfach überflüssig und durch  Versicherungsgesellschaften ersetzt. Diese dürften preiswerter arbeiten, brauchen keine Ämter und können ihre Prämien ebenso flexibel und zielgruppenorientiert definieren. Letztlich ist die Risikolebensversicherung für das Baudarlehen, die Ausbildungsversicherung der Kinder oder die Berufsunfähigkeitsversicherung eines Selbständigen doch auch nichts anderes.

Und durch unsere "Gemeinsteuern" sichern wir uns letztlich unsere minimale Versorgung namens "Sozialhilfe". Oder schon mal was von einer Sozialhilfeversicherung gehört ?. 

Die anderen Tätigkeiten des Arbeitsamtes könnten problemlos in den Bildungssektor übertragen werden. Wo ist der Unterschied zwischen einer Umschulung beim Arbeitsamt und der Gesellenausbildung, die die Handelskammern und Handwerkskammern organisieren oder gar einer hören Schulausbildung. 

Das Ziel ist immer die Bildung der notwendigen Fachkräfte, um die anfallenden Tätigkeiten zu erledigen.


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