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0190, 0193, 0137, 018x und andere Services

Neue Technik neue Wege der Abzocke. Früher war die Welt einfach. Es gab Ortsgespräche, Ferngespräche und Auslandsgespräche. Und natürlich die kostenfreien 0130er Rufnummern

Heute gibt es Vorvorwahlen, Preselection, mehrere Funknetze und viele zusätzliche Servicenummern, die meist mit 019 anfangen. Aber das ist nicht durchgängig.

Das Problem

So sind zwar 0190 und 0193 als "teure Nummern" mittlerweile in aller Munde, aber eine Sperre von 019* funktioniert schon deshalb nicht, weil viele Internet "CallbyCall" Rufnummern auch mit 019 anfangen (z.B. T-Online 10910). Aber auch andere Rufnummern werden gerne missbraucht. Das sind z.B.: die verschiedenen Ansagedienste unter 011xxx). Auch hier gibt es seriöse freie Anbieter, aber auch Anbieter, die eher überteuert eine zweifelhafte Dienstleistung erbringen

Aber leider ist die Tarifpolitik der Telekom keineswegs auf "Durchsichtigkeit" angelegt, so dass kaum jemand wirklich weiß, was ein Anruf kostet. Seriöse Serviceanbieter nennen ihre Preise in Anzeigen.

Eine Lösung ?

Kostennennung

Eine sehr wichtige Komponente ist die Nennung der Verbindungskosten. Einige Call by Call Provider (z.B. 01015) haben diese als Service bei "normalen" Telefonaten schon eingeführt. Vor der Herstellung der Verbindung werden die Kosten angesagt. Bei Service Rufnummern kann dies noch erweitert werden, indem nicht nur die Kosten sondern auch die Firma genannt wird.

Bestätigung

Alle Gespräche, die eine bestimmte noch zu definierende Kostenschwelle überschreiten, sollten gesondert bestätigt werden müssen. Dies kann z.B. am Anfang nach der Nennung der Kosten durch die Wiederholung eines jedes mal wechselnden Nummerncodes über die Tonwahltasten erfolgen. Damit wird eine künstliche Hürde aufgebaut, die durch einen Anwender einfach genommen werden kann, aber bestimmte Dialer ziemlich erschwert.

Beweislast und Vertragspartner

Ein weiterer Aspekt ist die Beweißumkehr. Es sollte nicht mehr der Telekom aufgebürdet werden, die Kosten für 0190er Anrufe einzuziehen und bei Streitigkeiten letztlich den Telefonanschluss zu behindern. Ich denke, dass der Anruf bei einer Servicerufnummer einen Vertrag zwischen dem Anrufer und dem Angerufenen herstellt, so dass dieser auch direkt berechnen muss. Damit habe ich als Kunde aber auch einen Ansprechpartner und eine Adresse der fraglichen Firma. Bisher ist es den Firmen viel zu einfach gemacht, sich hinter der Telekom als Inkassounternehmen zu verbergen.

keine Anonymität

Die beste Sicherung ist aber, dass sich der Absender nicht mehr "verstecken" kann. Faxe, die keine Postadresse des Absenders enthalten sollten automatisch einem Gesetz widersprechen und mit einem Bußgeld belegt sein. Es müsste reichen, wenn der Empfänger einfach das Fax an einer Polizeidienststelle oder der RegTP abgibt, die die rechtlichen und personellen Mittel hat, den Absender entsprechend zu belasten. Warum sollte ich als Empfänger mühsam über 0190er Rufnummernauskünfte der RegTP erfragen und mich dann durch eine Kette von Firmen und Unterfirmen in fremden Ländern hangeln. Die letzte Firma in der Kette will mein Geld und das bekommt sie bisher von der Telekom. Also hat auch diese eine entsprechende Adresse.

Bei Mails wird es mal an der Zeit, dass Provider nur noch Mails von "ihren" Kunden annehmen (IP-Adressraum) und diese entsprechend signieren und direkten SMTP-Versand einfach blockieren. Zumindest es keine festen IP-Adressen sind.

RegTP und Politik

Die Rolle der RegTP ist sicher unglücklich, da sie gerne als Prügelknabe herhalten muss, aber letztlich die Politik die Entscheidungen fällt. Aber ganz unschuldig an der Problematik ist sie sicher nicht, da ich von ihr das technische Verständnis voraussetze, welche der Politik die geeigneten Informationen zuleiten muss. Woher soll ein Abgeordneter denn wissen, welche Probleme die modernen Zeiten heraus beschwören.

Andererseits hat aber auch ein Abgeordneter die Pflicht, seinen Wahlkreis zu vertreten und man muss nicht genau hinhören, um die Probleme zu erkennen.

Aber statt laut auszusprechend, was der "Wille" ist, wird mühsam versucht ein Gesetzt zu bauen, was aktuellen Missbrauch verhindern soll, aber offensichtlich diverse Schlupflöcher bietet (Stand Anfang 2003). Ein Schelm wer Absicht dahinter vermutet. Lebt doch unsere Politik vom Umsatz und den Steuern. Oder einer nicht zu unterschätzenden Lobby ?

Da hilft auch die 0190-Suchmaschine der RegTP unter http://bo2005.regtp.de/prg/srvcno/srvcno.asp oder die Beschwerdeadresse auskunft0190@regtp.de nicht wirklich weiter. Wo kein Richter und kein Gesetz, kann man nicht viel klagen. Zumal die Einzelperson ja wieder nicht klagen darf.

Insofern möge die RegTP einfach ihre Rolle etwas seriöser verstehen und der Politik, die Informationen an die Hand geben, damit Betrug und Missbrauch verhindert werden, ohne sinnvolle Nutzungen allzu stark zu erschweren. Aber wenn ein Sekundenanruf viele Euro kostet, dann stellt sich schon die Frage, ob dieses Abrechnungsmodell in Zeiten von Homebanking, Eurocheckkarte und anderen Wegen wirklich eine moderne Gesellschaft notwendig hat.

Die Zukunft

Es wird immer wieder Firmen und Personen geben, die andere Personen ausnehmen. Getreu dem Motto: "Jeden Morgen steht ein Dummer auf" werden Sie auch immer ihre Opfer finden. Aber mit wenigen Mitteln kann dieser Missbrauch zumindest stark eingeschränkt werden. Klar Vorschriften zu Angabe der Preise und Firmendaten werden nicht 100% schützen, aber das Ungleichgewicht etwas verschieben.

Eine klare Regelung fehlt aber bis heute: Ein Automatismus, der unterwünschte Werbung über relativ kostengünstige Wege wie FAX oder Mail für den Absender künstlich verteuert, z.B. dass ein Empfänger allein durch die Beschwerde an einer Stelle wie der RegTP dem Absender.


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